Gerüsteinprobe
Vor allem bei mehrspannigen Brücken kann die Einprobe des Zirkonoxidgerüstes vor derFertigstellung sinnvoll sein. Dabei sollte die marginale Passung mit Hilfe eines dünnfließenden Abformmaterials (z. B. Xantopren blau, Heraeus Kulzer), das in die Restauration gefüllt wird und den Raum zwischen Zahn und Restauration ausfüllt, überprüft werden. Anschließend ist das Gerüst mit Alkohol zu reinigen, damit keine Silikontrennschicht im Gerüst verbleibt. Nach der Aushärtung wird die Restauration aus dem Mund entnommen. Bei gutem Randschluss sollte das Material scharf am Kronenrand abreißen. Bei unsicherer Zuordnung der Ober- und Unterkiefermodelle kann nun noch einmal die maximale Interkuspidation registriert werden, indem man das Brückengerüst als Trägermaterial für das Registrat (Vorgehen analog wie oben beschreiben) verwendet.
Eingliederung
Nach Kontrolle von Okklusion, Farbe und Approximalkontakten kann die Restauration nun im Mund befestigt werden. Grundsätzlich erlaubt die Festigkeit des Zirkonoxidgerüstes auch eine provisorische Befestigung, die aber wenig sinnvoll ist. Provisorisch zementierte Versorgungen werden oft vergessen und es erfolgt keine definitive Befestigung. Die hierbei entstehenden Auswaschungen des provisorischen Zementes können zu Sekundärkaries führen oder sie lassen sich nur schwer, mit eventueller Verletzung der Verblendkeramik, zum definitiven Einsetzen entfernen. Vor dem definitiven Einsetzen sollte das Gerüst von innen mit Aluminiumoxid (100 μm) bei 2,0 bar gestrahlt werden. Die Frage ob Kleben oder Zementieren wird heute noch sehr widersprüchlich diskutiert. Subgingivale Präparationen, fehlende Schmelzbegrenzung und schlechte Kontrollierbarkeit des Klebeverbundes sprechen stark für ein konventionelles Zementieren. Eines der Hauptargumente für Zirkonoxidrestaurationen dürfte die hohe Festigkeit und damit die Möglichkeit des Befestigens mit Zement sein. Ob jetzt Phosphatzement (z. B. Harvard Cement, Richter und Hoffmann) als Handmischvariante oder Glasionomerzement im Kapselpräparat (Ketac Cem, 3M ESPE) spielt klinisch keine Rolle.
Auch adhäsive Befestigung ist möglich (z. B. RelyX® Unicem, 3M ESPE). Hierbei ist die Reinigung der Zahnstümpfe mit H2O2 kontraindiziert, da die verbleibenden Rückstände die Haftfestigkeit oder Aushärtungsreaktion von adhäsiven Befestigunsmaterialien beeinträchtigen können.



