Abformung
Die Abformung mit einem Präzisionsabformmaterial ist auch für Zirkonoxidrestaurationen unerlässlich. Eine Möglichkeit der Darstellung der Präparationsgrenzen und Verdrängung der Gingiva, ist die Applikation von ungetränkten Retraktionsfäden. Hier hat sich die sog. V-Technik bewährt. Es wird zuerst ein Retraktionsfaden der Stärke 1 zirkulär um den Zahnstumpf in den Sulkus gelegt und anschließend der dickere Faden darüber platziert und beide Fäden verbleiben für 10 Minuten im Sulkus. Dann wird der dickere Faden entfernt, bei Vorliegen blutungsfreier Verhältnisse und zirkulär sichtbarer Präparationsgrenze kann die Abformung erfolgen.
Alternativ oder ergänzend zur Fadentechnik kann auch das Elektrotom oder der Laser zur Darstellung der Präparationsgrenze unterstützend eingesetzt werden, wobei vor allem im sichtbaren Bereich alle Techniken der Gingivaretraktion äußerst schonend betrieben werden müssen. Der Einsatz des Elektrotoms ist nur mit der dünnsten Sonde zur Eröffnung des Sulkus sinnvoll und im bukkalen Bereich abzulehnen. Die anschließende Abformung sollte mit individualisierten oder individuellen Löffeln erfolgen. Als Abformmaterial der Wahl sollte Polyether in der einzeitig-einphasigen Technik verwendet werden. Zuerst wird eine Spritze mit Abformmaterial gefüllt, die Stümpfe umspritzt, das Material mit dem Luftbläser und moderatem Luftdruck angeblasen und dann der gefüllte Löffel eingesetzt und bis zur kompletten Aushärtung (Zeitmesser!) durch den Behandler in situ gehalten. Nach Entnahme der Abformung wird diese unter dem Stereomikroskop oder der Lupenbrille beurteilt und ggf. wiederholt.
Registrierung der Scharnierachse und der maximalenInterkuspidation
Zum schädelbezüglichen Einartikulieren des Oberkiefermodells haben sich arbiträre Gesichtsbögen (z. B. SAM/ Gauting) bewährt. Um die Modelle im Artikulator exakt zuordnen zu können, empfiehlt sich die Anfertigung eines Bissregistrates. Als Materialien stehen Silikone oder Autopolymerisate für Provisorien zur Verfügung. Als geeignetes Material kann Imprint™ Bite, 3M ESPE auch zum Scannen verwendet werden. Diese werden auf die beschliffenen Pfeiler aufgebracht. Der Patient wird aufgefordert zu schließen und geschlossen zu lassen. Nach der Aushärtungszeit werden die Registrate aus dem Mund entnommen und getrimmt, so dass nur die tiefsten Impressionen sichtbar sind. Anschließend werden sie noch einmal in den Mund gegeben und mit dem oben beschriebenen Shimstock- Protokoll überprüft, inwiefern sie die korrekte Situation an den Techniker weitergeben können.
Provisorische Versorgung
Eine im zahntechnischen Labor auf dem Situationsmodell hergestellte Tiefziehschiene aus Polyethylen stellt die beste Hohlform für das Provisorium dar. Zur Kontrolle der Schichtdicken der Präparation kann sie vor der Abformung in den Mund gesetzt werden und der Substanzabtrag durch die durchsichtige Schiene beurteilt werden. Brückensituation können durch Ergänzung eines konfektionierten Zahnes auf dem Situationsmodell und anschließender Schienenherstellung perfekt provisorisch versorgt werden. Gleichzeitig wird somit auch durch die Verblockung der Zähne ein Wandern der Pfeiler verhindert.
Eine erbsengroße Probe wird zuerst auf das Behandlungstray gedrückt und dann die Schiene an den Pfeiler- und evtl. Brückengliedstellen mit Autopolymerisat (z. B. Protemp 3 Garant, 3M ESPE) aufgefüllt in den Mund gesetzt und der Patient wird aufgefordert zu schließen.
Mit der Probe auf dem Behandlungstray wird geprüft, wann der Kunststoff von der zähplastischen Phase in die Polymerisationsphase mit Wärmeentwicklung übergeht. Kurz nach diesem Übergang wird die Schiene aus dem Mund entnommen und ins 50 °C warme Wasserbad gesetzt, um die Aushärtung zu beschleunigen. Das Provisorium wird nun aus der Schiene entnommen und ausgearbeitet. Die Endausarbeitung sollte, wenn möglich, am Poliermotor im zahntechnischen Labor stattfinden. Nach der Grobpolitur mit Bimsstein wird das Provisorium wieder am Patienten einprobiert, statische und dynamische Okklusion kontrolliert und korrigiert, der marginale Abschluss und die Approximalkontakte überprüft.
Tipp: Das Provisorium im Frontzahnbereich labial ca. 0,5 mm kürzen, um keinen Reiz auf die Gingiva auszuüben und Rezessionen vorzubeugen. Anschließend wird das Provisorium am Poliermotor hochglanzpoliert und mit einem eugenolfreien Zement (z. B. RelyX® Temp NE, 3M ESPE) auf den präparierten Zähnen befestigt.



