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Ratgeber - Haben Sie das gewußt ?



Erkältung überstanden - neue Zahnbürste

Wenn eine Grippe oder ein grippaler Infekt auskuriert ist, muss eine Zahnbürste her. Wer die alte weiter benutzt, riskiert erneute Ansteckung.

Wen es erwischt hat, der sollte bei der Genesung auch an seine Zahnbürste denken.

Wen es erwischt hat, der sollte bei der Genesung auch an seine Zahnbürste denken. Sobald die Erkrankung des Mundraumes vorbei ist, muss die Zahnbürste sofort gewechselt werden. Denn nach Erkältungen, grippalen Infekten, aber auch behandelten Zahnfleischentzündungen oder abgeheiltem Herpes, tummeln sich die Erreger der Krankheiten hartnäckig auf der Zahnbürste. Benutzt man sie nach dem Auskurieren einfach weiter, kann es zu einer unfreiwilligen Neuansteckung kommen.

Kariesbakterien sind übertragbar

Die Zahnbürste kann nur dann der Zahnreinigung und Mundgesundheit dienen, wenn sie nicht von einem Übermaß an schädlichen Keimen besiedelt ist. Sie sollte daher nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt und stehend im Zahnputzbecher aufbewahrt werden, um an der Luft zu trocknen. Doch auch beim sorgfältigen und hygienischen Gebrauch gilt: Spätestens alle drei Monate sollte eine neue Zahnbürste zum Einsatz kommen. Wenn zwischendurch eine Krankheit auftritt, ist jedoch sofort nach Eintritt der Heilung eine neue fällig. Selbstverständlich ist, dass die Zahnbürste nur von einer Person benutzt wird. Aber besonders dann, wenn man an einem Infekt leidet, darf aus hygienischen Gründen die eigene Zahnbürste auf keinen Fall verliehen werden. Andernfalls könnten zum Beispiel Krankheitskeime wie auch Kariesbakterien ungewollt in den Mund des Mitbenutzers wandern.

Zähneknirschen

Stress zerstört Zähne

Beruflicher oder privater Stress ist die häufigste Ursache für ungewusstes Zähneknirschen. Rund jeder fünfte Mensch in Deutschland mahlt sich dadurch im Schlaf die Zähne kaputt. Dieses Krankheitsbild bezeichnet man als Bruxismus (griechisch: brygmos = das Knirschen). Unter Bruxismus versteht man unbewusste Press- und Knirschbewegungen der Zähne gegeneinander, die zu schweren Störungen im Kauapparat und den benachbarten Strukturen führen können. Neben den Kiefer- und Zahnschäden können auch Kopfschmerzen, Migräne und Tinnitus die Folge sein. Wissenschaftlich werden dabei zwei Ursachen diskutiert.

Fehlkontakte im Zahnbereich

Als Ursache können ganz banale Dinge in Frage kommen wie z. B. eine zu hohe Füllung, ein gekippter Weisheitszahn oder ein durchbrechender Zahn. Der Körper versucht unterbewusst, die störende Fläche durch Abrieb zu beseitigen. Entweder durch Pressen oder durch Reiben bzw. Knirschen. Dadurch entstehen an den Zähnen Schliff-Facetten, die wiederum als Anreiz zum Weiterknirschen wirken. 

Stress

Die überschüssige Energie, die tagsüber durch Stress aufgebaut wurde, wird nachts unterbewusst durch Knirschen abgebaut. Durch träumen allein kann diese Energie nicht mehr kompensiert werden. Fatal dabei ist, dass nachts alle Schutzreflexe wegfallen, die tagsüber das Kausystem schützen. Das heißt, beim nächtlichen Zähneknirschen wirkt die gesamte Kaukraft der Kaumuskulatur auf die Zähne ein, wobei auch Kiefergelenke und Muskulatur mitbelastet werden.Bruxismus kann aber auch zu massiven Krankheiten und Folgekrankheiten führen wie u. a. zu Gesichtsschmerz, Migräne, Schwindel, Verspannungen um Schultergürtel und im Halswirbelsäulen-Bereich. Einen möglichen Bruxismus kann man an folgenden Hinweisen erkennen: Schliff-Facetten und Abrieb, vor allem im Frontzahnbereich, empfindliche freiliegende Zahnhälse und Zahnfleischschwund ohne entzündliche Komponente. 

Behandlung von Bruxismus

Für den Einsatz in der Zahnarztpraxis haben sich zwei Verfahren besonders bewährt:

- Anfertigung einer Bissführungsschiene, die während der Nacht getragen wird: Diese
  deckt beim Tragen in der ersten Phase die Schliff-Facetten ab und führt in der
  zweiten Phase den Unterkiefer in eine optimale Bissposition.

- Unterstützung der Schienenbehandlung durch Akupunktur: Die Körper- und
  Ohrakupunktur sind wirksame ganzheitliche Behandlungsverfahren, die sich
  besonders zur Behandlung von Schmerzen und Funktionsstörungen bewährt haben.
  Die Behandlung von Akupunkturpunkten, die direkt auf den Ort der überbelasteten
  Strukturen wirken, kann Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Bereich
  der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur mildern. Aus der Akupunktur abgeleitete 
  Diagnostikmethoden können die richtige Bisslage überprüfen, mögliche Fehlkontakte
  der Zähne auffinden und sie damit therapierbar machen. 

In extremen Fällen des Bruxismus kann es erforderlich sein, die Therapie durch psychotherapeutische Maßnahmen zur Stressbewältigung und weitere zahnärztliche Maßnahmen zur Stabilisierung des 
Bisses zu unterstützen. In der Mehrzahl der Fälle lassen sich jedoch mit der Kombination der beiden oben beschriebenen Wege bereits hervorragende Ergebnisse erzielen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen im Rahmen der Präventionsmaßnahmen 80 % der Kosten für ein Entspannungs- oder Stress-Bewältigungs-Training bis zu einer Höhe von etwa 75 Euro.    

Wie viele Vitamine brauchen Kinder?

Beim Erfinden von Essensmarotten sind kleine Kinder unglaublich einfallsreich: Manche essen nur, wenn der Fernseher läuft, der Papa daneben sitzt und ein gelbes Hemd trägt und das Essen keine grüne Farbe hat. Andere ernähren sich wochenlang nur von Chips und Gummibärchen. So spielen sich in vielen Familien täglich dramatische Szenen bei Tisch ab: Erst schreit das Kind, dann die Mutter, und die Mahlzeit verwandelt sich in einen Machtkampf mit den kleinen Tyrannen.

Darunter leiden nicht nur die Nerven der Eltern, sondern häufig auch die Gesundheit des Kindes, warnt der Heidelberger Kinderarzt Dr. Peter Hirschbrunn: “Zwar braucht man sich wegen der Nährstoffe auch bei einem “schlechten Esser” keine Sorgen zu machen. Unterernährung spielt in unserem Land kaum eine Rolle. Sehr wohl kann es aber bei sehr einseitigen Vorlieben zu einer schlechten Vitaminversorgung kommen, also zu einem Defizit an Vitaminen, die gerade in der Wachstumsphase in großen Mengen benötigt werden.”

Die Gefahr einer Unterversorgung ist besonders groß bei kleinen Naschkatzen, die immer wieder um Schokolade betteln oder sich mit Vorliebe von Gummibärchen und anderen Süßigkeiten ernähren. Kinderarzt Dr. Hirschbrunn: “Zu viele Süßigkeiten blockieren im Darm die Aufnahme der besonders wichtigen Vitamine der B-Gruppe. Ein Mangel an Vitamin B führt häufig zu rissigen Lippen, Faulecken oder so genannten Analfissuren, die Schmerzen beim Stuhlgang verursachen können.”

Eltern, die über die vitaminarmen Vorlieben ihres Kindes verzweifeln, wird häufig geraten, ihrem Kind mit kleinen Tricks alternative Vitaminträger schmackhaft zu machen. Das führt jedoch oft nicht zum gewünschten Erfolg, weiß Kinderarzt Dr. Hirschbrunn zu berichten: "Ist das Verdauungssystem durch Vitaminmangel bereits geschwächt, kann der Darm auch das vernünftige Essen nicht verarbeiten. Dann werden auch die Vitamine der neu angebotenen Nahrungsmittel nicht ausreichend resorbiert. Es empfiehlt sich deshalb, zuerst den angeschlagenen Vitaminhaushalt mit konzentrierten Vitamingaben wieder in Gang zu bringen."

Eine gute Möglichkeit dazu bieten spezielle Kindervitamine (z.B. von ratiopharm) zur Ergänzung der einseitigen Nahrung. Schon mit einer Lutschtablette am Tag wird der Vitaminbedarf kleiner Kinder sinnvoll ergänzt, zwei Kindervitamine-Tabletten sorgen für die Zufuhr der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Sieben- bis Neunjährige empfohlenen Mengen an Vitaminen und Jod.

Kinderarzt Dr. Peter Hirschbrunn: "Stark einseitige Ernährung durch Naschen und später durch Fastfood belastet den Organismus von Kindern besonders in der wichtigen Wachstumsphase zwischen drei und acht Jahren. Eltern tun deshalb gut daran, dem

Schutz der Zähne gegen Säure-Attacken ist möglich

Sport- und Energydrinks verzeichnen große Wachstumsraten in der Getränkeindustrie. Oft wird übersehen, dass der übermäßige und unkontrollierte Konsum dieser Getränke aufgrund darin enthaltener Säuren zu Zahnschäden führen kann. Eltern sollten den Getränkekonsum ihrer Kinder deshalb aufmerksam begleiten und diese zur erforderlichen Mundhygiene anhalten. Eine intensive Fluoridierung kann gegen Säure-Attacken schützen. Neue Forschungsergebnisse bestätigen dies. 

Zwar ist vielen Eltern bekannt, dass Erfrischungsgetränke aufgrund ihres Zuckergehaltes Karies verursachen können. Aber der süße Geschmack täuscht über eine weitere Gefahr hinweg: Diese Getränke enthalten viel Säure. Dadurch können chronische Verluste der Zahnsubstanz – Erosionen – entstehen. Da diese Substanzverluste meist schmerzlos sind, werden sie häufig erst dann wahrgenommen, wenn bereits Schäden entstanden sind.

Stoffe wie Phosphor-, Zitronen- und Ascorbinsäure werden den Getränken zugefügt, um ihnen einen erfrischenden Charakter zu verleihen und sie zu konservieren. Zahnschmelz besteht zum größten Teil aus anorganischen Mineralien, die in Säuren leicht löslich sind. Bei einem Kontakt zwischen Zahnsubstanz und Säure gehen daher Calcium und Phosphat in Lösung, was Mineralverlust bedeutet.

Auch die Art, wie Erfrischungsgetränke eingenommen werden, spielt eine Rolle bei der Entstehung von Erosionen. Säurehaltige Lebensmittel sollten nicht über den Tag verteilt in vielen kleinen Portionen (z. B. mit Sporttrinkflasche) getrunken werden, um den Kontakt mit den Zähnen auf ein Minimum zu reduzieren.„Fluorid stellt einen wirksamen Schutz gegen Säure-Attacken dar“, weiß Diplom-Biochemikerin Bärbel Kiene von der elmex Forschung. „Nach der regelmäßigen Anwendung eines Fluoridgels und fluoridhaltiger Zahnspülungen wird Fluorid auf der Zahnoberfläche abgelagert. Diese Deckschicht stellt ein Reservoir an Mineralien dar, das bei einer Säure-Attacke erst aufgelöst werden muss, bevor die Zahnsubstanz angegriffen werden kann.“ Als besonders hochwertig gelten laut Kiene Aminfluoride. Diese haben ihre Wirksamkeit in aktuellen Studien erneut unter Beweis gestellt.


Mundkrebs - die unterschätzte Gefahr

Bis zu zehntausend Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs in der Mundhöhle oder im Rachenraum – Mundkrebs ist somit eine der zehn häufigsten Krebsarten. Gefährlich macht ihn, dass er zu lange nicht erkannt wird.

Zwar ist der Mundkrebs weit weniger verbreitet als beispielsweise Lungen- oder Brustkrebs, er hat jedoch eine vergleichsweise hohe Sterberate: Die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose, und die Heilungschancen haben sich in den vergangenen 30 Jahren nicht verbessert. 
Der Grund: Mundkrebs wird häufig zu spät erkannt. Im Frühstadium liegen die Heilungschancen bei 80 %, doch bei den meisten Patienten wird der Krebs erst diagnostiziert, wenn er ein späteres Stadium erreicht und Metastasen gebildet hat.  

Einer der Hauptgründe für die Verschleppung der Diagnose liegt darin, dass Mundkrebs in vielen unterschiedlichen Formen in Erscheinung treten kann, die zunächst harmlos scheinen: Rote oder weiße Flecken im Mundraum, die nicht von alleine verschwinden, können ebenso ein erstes Anzeichen dafür sein wie eine Prothese, die nicht mehr richtig sitzt und bleibende „Druckstellen“ verursacht. Wundstellen, die nicht heilen, Bluten im Mund, lose Zähne, Schluckbeschwerden und Knoten im Hals sind weitere Symptome, die oft zu lange ignoriert oder falsch behandelt werden. 

Keine Schmerzen

Das größte Problem ist jedoch ein anderes: „Mundkrebs verursacht vor allem in frühen Stadien keine Schmerzen“, erklärt Torsten Remmerbach, Oberarzt an der Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichts- und Plastische Chirurgie an der Universität Leipzig.Der Patient ist sich also oft nicht bewusst, dass überhaupt ein Behandlungsbedarf besteht. 

Das Risiko für Mundkrebs steigt erheblich mit chronischem Tabak- und Alkoholkonsum, vor allem, wenn beides kombiniert wird: Vierzig Zigaretten pro Tag erhöhen das Risiko um das Fünffache, mehr als zwei Liter Bier oder ein Liter Wein pro Tag um das Einundzwanzigfache, und eine Kombination von beiden erhöht das Risiko um das Hundertvierzigfache.Mangelnde Mundhygiene und eine Ernährung, der es an Vitamin A und C sowie Beta-Karotin, Riboflavin, Zink und Selen mangelt, steigern ebenfalls das Risiko. Weniger eindeutig ist die Rolle, die Viren und Bakterien spielen. So gibt es beispielsweise Hinweise darauf, dass das humane Papillomavirus, das auch Gebärmutterhalskrebs auslösen kann, an der Krebsentstehung beteiligt sein könnte. Auch verschiedene Speichelbakterien stehen im Verdacht, die Tumoren auszulösen.

Zunge und Mundboden

Die gründliche Untersuchung der Mundhöhle nach Auffälligkeiten jeglicher Art ist bei der Krebsvorsorge also ungemein wichtig – solange ein Tumor einen Durchmesser von zwei Zentimetern noch nicht überschritten und keine Metastasen gebildet hat, liegen die Heilungschancen bei über 80 %.

Besonders häufig treten Tumoren an der Zunge und am Mundboden auf. Hat der Patient den Verdacht auf einen Tumor, sollte er umgehend seinen Zahnarzt aufsuchen, der dann ein einfaches und im Allgemeinen schmerzfreies Verfahren zur Früherkennung anwenden kann – die so genannte Bürstenbiopsie. Dabei werden mit einer kleinen Bürste Gewebezellen von der verdächtigen Stelle im Mund entnommen, auf einen Objektträger übertragen und anschließend von einem Pathologen begutachtet.Der Patient kann im Verdachtsfall die Bürstenbiopsie verlangen und sich an einen anderen Zahnarzt überweisen lassen, falls der behandelnde Zahnmediziner das Verfahren nicht kennt. Alternativ kann unter örtlicher Betäubung eine Gewebeprobe entnommen und vom Pathologen auf Krebszellen untersucht werden.   

„Je früher, desto besser“

Hat sich der Verdacht auf Mundkrebs in der Biopsie bestätigt, wird zunächst das Stadium des Krebses bestimmt – die Größe des Tumors wird festgestellt, und es wird nach eventuellen Metastasen geforscht. Die weitere Behandlung hängt vom Krebsstadium ab: In frühen Stadien, wenn noch keine Metastasen vorhanden sind, wird der Tumor im Allgemeinen operativ entfernt, meist in Kombination mit einer Strahlentherapie. Doch auch dabei gilt „Je früher, desto besser“, denn große Tumoren müssen auch großflächig entfernt werden und hinterlassen dann häufig Entstellungen im Gesicht.Hat sich der krebs bereits zu den Lymphknoten im Hals ausgebreitet, werden auch die dortigen Tumoren entfernt, und eine Chemotherapie ist meist unumgänglich. In weiter fortgeschrittenen Stadien kann sich der Krebs auf Leber, Lunge oder Knochen ausbreiten – in solchen Fällen sinken die Heilungschancen trotz kombinierter Therapiemaßnahmen auf 15 % und weniger.
In der Regel kann Mundkrebs vom Zahnarzt erkannt werden.   

Mund auf!

Was uns diverse Symptome verraten:  

Symptom: dunkler Zahn  


Wird ein Zahn von innen heraus grau oder schwarz, deutet vieles auf eine Entzündung hin, meist in Verbindung mit einem eitergefüllten Abszess. Nur der Zahnarzt kann jetzt noch helfen. Sind mehrere Zähne dunkel, könnte es auch an Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Antibiotika) liegen.  

Symptom: glatte Zunge  

Glatt, dunkelrot und geschwollen? Klarer Fall, eine Zungenentzündung. Mögliche Ursachen sind Reizungen (durch scharfkantige Zähne, Gewürze), Diabetes oder Vitamin-B- und Eisenmangel. Wenn Mundspülungen mit desinfizierenden Mitteln oder Salbeitee nicht helfen, führt der Weg zum Arzt.  

Symptom: weißliche Flecken  

Egal ob man sie berührt oder nicht: die runden, offenen Stellen tun höllisch weh. Sie entstehen durch Virusinfektionen und Stress. Wenn man sich etwas Ruhe gönnt, verschwinden sie meist in ein, zwei Tagen von selbst. Für die Zwischenzeit betäuben Extrakte aus Kamille oder Salbei (mit Wattestäbchen auftupfen).  

Symptom: gelbe Zähne  

Nicht nur Nikotin macht Zähne gelb: Plaque, der erste Schritt zu Karies, bildet zusammen mit Ablagerungen aus dem Speichel gelblichen Zahnstein. Was hilft: immer gründlich putzen und den harten Belag vom Zahnarzt entfernen lassen.  

Symptom: belegte Zunge  

Die Farbe macht’s: eine gerötete Zunge kann durch grippale Infekte oder eine Magen-Darm-Entzündung verursacht werden. Ein tiefes Rot in Verbindung mit kleinen Rissen signalisiert oft Vitaminmangel (meist fehlt Vitamin B2, steckt besonders in Milchprodukten). Ein grauweißer, fest haftender Belag oder weißliche Flecken könnten durch Soor (eine Pilzerkrankung) verursacht werden – ein Fall für Onkel Doktor.  

Symptom: roter Rachen  

Wenn der Rachen gerötet ist, Sie zudem grippeähnliche Erscheinungen haben, die Lymphknoten angeschwollen sind und schmerzen, könnte das gefährliche Pfeiffersche Drüsenfieber dahinter stecken.Schuld sind Viren, die u. a. durch Küssen übertragen werden. Bis zum Krankheitsausbruch können sieben Wochen vergehen. Behandlung nur durch den Arzt.  

Symptom: bläuliches Zahnfleisch  

Zwischen den Zähnen ist es geschwollen, die Farbe leicht bläulich, beim Putzen fließt schnell Blut: Entzündetes Zahnfleisch (Gingivitis) kann durch schlechte Pflege genauso entstehen wie durch Vitaminmangel, Diabetes oder Lebererkrankungen. Bei einer leichten Entzündung helfen spezielle straffende Mundwasser und Zahnpasten, sonst brauchen Sie einen Termin beim Zahnarzt.   

Fissurenversiegelung

Kleine und große Backenzähne, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, in Ausnahmen auch Frontzähne, sind durch ihre tiefen Furchen und Grübchen oftmals besonders anfällig für Karies. Diese Nischen sind ideale Schlupfwinkel für Bakterien. Der Zahnarzt entscheidet aufgrund der durchgeführten Diagnose, ob man diese Schlupfwinkel mit einem dauerhaften Schutz (Fissurenversiegelung) wirkungsvoll und langfristig vor Karies schützen kann.   

Warum sollten Fissuren versiegelt werden?   Milliarden von Mikroorganismen sind die natürlichen Bewohner des „Biotops Mundhöhle“. Sie setzen sich in der klebrigen und zähen Masse von Speiseresten sowie im Zahnbelag fest und produzieren mit ihren Stoffwechselprodukten zahnschädigende Säuren. Diese lösen Mineralstoffe aus dem harten Zahnschmelz heraus. Je länger die Säuren auf den Zahnschmelz einwirken können – ihn entmineralisieren – desto eher entsteht Karies, das „Loch“ im Zahnschmelz.Selbst mit der sorgfältigsten Zahnpflege ist es manchmal nicht zu schaffen, besonders tiefe und verwinkelte Fissuren wirklich gründlich zu reinigen. Verantwortlich dafür ist die Anatomie des Backenzahnes, die erblich angelegt ist. Sammeln sich hier an unzugänglichen Stellen Speisereste an, entsteht Karies. Milchzähne und auch bleibende Zähne kurz nach dem Durchbruch sind besonders gefährdet, weil ihr Schmelz noch „weich“ ist. 

Kleine und große Backenzähne sind durch ihre tiefen Furchen und Grübchen auf der Kaufläche oftmals besonders anfällig für Karies. Denn diese Nischen sind ideale Schlupfwinkel für Bakterien. 
Ein Schutzlack auf der Oberfläche – im Fachbegriff Fissurenversiegelung genannt – kann wirkungsvoll und dauerhaft vor Karies schützen. Tun Sie etwas für Ihre Zahngesundheit oder die Ihres Kindes und fragen Sie Ihren Zahnarzt nach dieser Prophylaxe-Maßnahme. Er kann die Fissuren der Zähne begutachten und berät Sie gerne.    

Regelmäßige Kontrolle der Mundgesundheit

Wichig für gesunde und schöne Zähne

Es ist mit vielen Dingen im Leben so: die Gewohnheit schleift ab – wie sorgfältig Sie Ihr neues Auto zu Beginn auch behandeln, mit der Zeit wird man nachlässiger, ohne es recht zu merken. Mit dem Zähneputzen ist es nicht anders. Man nimmt sich nach einem Zahnarztbesuch zwar vor, auch an die hinteren oberen Backenzähne zu denken, doch bald hat man wieder die alte nachlässige Putztechnik – und man ist sich dessen nicht einmal bewusst.  


Es wäre ein Wunder, wenn es Ihnen nicht auch schon so ergangen wäre. Hier hilft Ihnen das Prophylaxeteam Ihrer Zahnarztpraxis. In den regelmäßig stattfindenden Prophylaxesitzungen wird nicht nur eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt, Sie werden auch auf ungünstige Gewohnheiten aufmerksam gemacht, die sich vielleicht eingeschlichen haben. Auch wenn Sie manches einfach nicht verbessern können, weil Sie krank sind oder persönliche Probleme haben oder einfach nur „Wichtigeres“ zu tun haben – das Prophylaxeteam kann Ihnen helfen, solche Zeiten ohne „Zahnschäden“ zu überbrücken, indem die Prophylaxesitzungen einfach häufiger geplant werden. Auf diese Weise bleiben Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch gesund, auch in Zeiten, in denen Sie nicht so viel Energie wie sonst für Ihre Mundgesundheit aufbringen können.

Sie brauchen sich nicht einmal selbst darum zu kümmern, wenn Ihr Zahnarzt mit einem so genannten „Recall-System“ arbeitet: Sie werden dann automatisch von Ihrer Zahnarztpraxis angeschrieben und erhalten den Termin für Ihre nächste Prophylaxesitzung.

Nutzen Sie diesen Service Ihres Zahnarztes: Es tut einfach gut, gesunde, saubere und schöne Zähne zu haben.    

Gesund beginnt im Mund

Karies (die Erkrankungen der Zahnsubstanzen) und Paradontitis (die Erkrankungen des Zahnhalteapparates) sind immer noch die häufigsten Infektionskrankheiten des Menschen. Und dies, obwohl Ergebnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen zur weitgehenden Aufklärung über Karies und Parodontitis geführt haben. Durch Langzeituntersuchungen ist bewiesen, dass Karies heute eine fast zu 100% vermeidbare Erkrankung, Parodontitis eine kontrollierbare Erkrankung ist. Trotz dieser Erkenntnisse leiden 99% der Erwachsenen an diesen Erkrankungen oder deren Folgen. 

Es ist an der Zeit für einen Paradigmenwechsel. Die alte Zahnheilkunde versuchte, eingetretene Schäden zu reparieren, also Schadensbegrenzung durchzuführen. Die neue präventiv ausgerichtete Zahnmedizin verfolgt mit breit gefächerten Maßnahmen die Vermeidung von Schäden. Die Prophylaxe ist heute die Grundlage jeglicher zahnmedizinischer Therapie. Sie ist wichtiger Eckpfeiler. Mit ihr gelingt es, das erste Auftreten von Karies und Parodontitis sowie deren erneutes Auftreten nach reparativen Behandlungen zu verhindern.

Stellen Sie sich vor, es würde einen einfachen Test geben, mit dem man eine Gefährdung für Asthma erkennen könnte und durch eine ursächliche Therapie könnte Asthma vollständig verhindert werden. Sie würden sich sicherlich für die präventive Asthmatherapie (Vorsorgemaßnahmen) und nicht für eine lebenslange Cortisontherapie (Behandlung) mit all ihren Mühen und Nebenwirkungen entscheiden. Mit zahnärztlicher Prophylaxe lassen sich Zahnextraktionen, Brücken und Prothesen vermeiden, das heißt lebenslange Zahngesundheit ist möglich.
Über diese wissenschaftlichen Erkenntnisse hinaus, dass Karies und Parodontose vermeidbar bzw. kontrollierbar sind, sprechen noch weitere wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für die Umsetzung von Prophylaxekonzepten zum Wohle der Patienten.  Immer deutlicher zeigen sich Zusammenhänge zwischen Mundgesundheit und Allgemeinerkrankungen und umgekehrt. Die alte Erkenntnis „gesund beginnt im Mund“ kann heute wissenschaftlich bewiesen werden.

Ein modernes Prophylaxekonzept, das auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, stellt die professionelle lebenslange Prophylaxe in den Mittelpunkt der Zahnmedizin. 

Die professionelle Betreuung beinhaltet zum einen die häusliche Individualprophylaxe:

- Aufklärung des Patienten über die Ursachen der Zahnerkrankungen und die 
  Möglichkeiten der häuslichen Infektionsbekämpfung
- Mechanische und chemische Hilfen zur häuslichen Mundhygiene
- Ernährung 

Zum anderen die professionelle Individualprophylaxe, die in der Praxis durchgeführt wird: 

- Professionelle Zahnreinigung
- Regelmäßige Kontrolle der Mundgesundheit
- Versiegelung der Fissuren.  

Fahrplan zur Mundgesundheit

In der Praxis wird zunächst der Zahnarzt eine ausführliche Diagnostik mit dem Ziel, das individuelle Erkrankungsrisiko des Patienten zu erkennen, durchführen. Von dieser gründlichen Diagnose, die nur der Zahnarzt stellen kann, ist der Erfolg aller Prophylaxemaßnahmen abhängig und objektiv messbar. Die speziellen Untersuchungen werden dokumentiert und alle Veränderungen können kontrolliert werden.

Nach Abschluss der Diagnostik und Erstdokumentation werden dem Patienten die Ursachen für sein individuelles Erkrankungsrisiko erläutert, er wird über ein modernes Konzept der Individualprophylaxe aufgeklärt und über die Prognose informiert. Anschließend werden die voraussichtlichen Kosten besprochen und der informierte Patient entscheidet. 

Wie Karies entsteht....  

Unzureichende Zahnpflege und falsche Ernährung führen zu Zahnbelag  – auch Plaque genannt. Die sich darin vermehrenden Bakterien produzieren zahnschädliche Säuren, die Mineralien aus dem sehr harten Zahnschmelz herauslösen können. Je länger diese Säuren den Zahnschmelz „demineralisieren“ oder entkalken und je zuckerhaltiger die Nahrung war, desto eher entsteht ein „Loch“ im Zahnschmelz   die Karies. 

Wie entsteht Parodontitis
 
Ursachen für diese entzündliche Erkrankung des Zahnfleisches und Zahnhalteapparates sind Zahnbelag und die darin lebenden Bakterien. Gifte aus dem Stoffwechsel der Bakterien wandern in das Zahnfleisch und lösen dort eine Entzündung aus. Im Laufe der Zeit lockert sich dadurch das den Zahn stützende Gewebe. Eine Zahnfleischtasche entsteht. Der Zahnbelag kann sich nun ungehindert auch unterhalb des Zahnfleischsaumes ausbreiten, denn er ist für die Zahnbürste nicht mehr erreichbar. Veränderungen in der Zusammensetzung der Bakterien verstärken nun die Entzündung. Durch ein Übergreifen auf den Kieferknochen verlieren die Zähne ihren Halt.    

Zusammenhänge zwischen Mundgesundheit und Allgemeinerkrankungen

- Männer unter 50 Jahren haben ein zweimal so großes Risiko, an den
  Herzkranzgefäßen zu erkranken, wenn Karies und Parodontitis vorliegen,
  wie Männer mit guter Mundgesundheit.
- Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist bei Vorliegen einer generalisierten
  Parodontitis 2,8-mal höher.
- 18 % aller Frühgeborenen, also jede 5. Frühgeburt, steht im direkten
  Zusammenhang mit Zahnfleischinfektionen.
- Das Risiko, ein untergewichtiges Kind zu gebären, ist um das Siebenfache erhöht,
  wenn keine gute Mundgesundheit vorliegt.   

Professionelle lebenslange Prophylaxe

Häusliche Individualprophylaxe

Die möglichst vollständige tägliche Entfernung von bakteriellem Zahnbelag durch regelmäßige Zahnreinigung mit Zahnbürste und Zahnseide bzw. Interdentalraumbürsten ist die Grundlage, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu erhalten.


Es müssen Zahnpasten verwendet werden,

-  die wirksam die krankmachende Plaque entfernen und somit Zahnfleisch und
   Zähne schützen
-  und dennoch schonend sind, also nicht zu Verletzungen der Zahnhartsubstanzen 
   und des Zahnfleisches führen.
 
Die Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasten macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Säureangriffe (Demineralisierungsschutz) und dient somit der Kariesprophylaxe. 

Es genügt nicht, dem Patienten das richtige „Handwerkzeug“ nur mitzugeben. Auch die richtige Anleitung für den Gebrauch der Mundhygienehilfsmittel ist ein wesentlicher Bestandteil der professionellen Individualprophylaxe. 

Der Zahnarzt und sein gut geschultes Prophylaxepersonal zeigen und lernen mit dem Patienten, welche Bürste, welche Zahnpasta, welche Putztechnik, welcher Zeitpunkt und welche Dauer beim Zähneputzen in jeder Altersgruppe individuell effizient und effektiv ist. Auch beim Lernen der Zahnzwischenraumreinigung – ob enge oder weite Zwischenräume, ob manuell geschickt oder weniger geschickt – immer kann das geschulte Prophylaxepersonal individuelle Hilfe anbieten.  

Mundhygienehilfsmittel – Zahnbürsten

Ziel ist es, die krankmachende Plaque so gründlich wie möglich zu entfernen. Dazu ist ein mindestens 2 x tägliches Zähneputzen notwendig. Einmal pro Tag sollte eine perfekte häusliche Zahnreinigung mit Reinigung der Zahnzwischenräume stattfinden.  Einige Dinge sollten immer beachtet werden, denn nur eine Zahnbürste, die die folgenden Merkmale erfüllt, kann ihre medizinisch notwendige und sinnvolle Aufgabe erfüllen: 

- Einen kleinen Bürstenkopf, um alle Zahnflächen zu erreichen.
- Weiche, abgerundete Borsten, um die Zahnhartsubstanz und das Zahnfleisch nicht zu verletzten.
- Ein dichtes Borstenfeld, um die Zahnplaque effektiv zu entfernen.
- Einen ergonomisch geformten Griff, um die Reinigungsbewegung optimal und 
  ermüdungsfrei durchzuführen.      

So putzen Sie Ihre Zähne richtig:
 
- Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste.
- Der Kopf der Bürste sollte möglichst kurz sein, damit Sie auch den Backenzahnbereich 
  gut reinigen können. Das Borstenfeld sollte nicht breiter sein als 2-3 Zähne.
- Wechseln Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Zahnbürste oder den Bürstenkopf.
- Schrubben Sie nicht waagrecht, also quer zu den Zähnen, sondern bürsten Sie die Zähne
  vertikal, vom Zahnfleisch weg in Richtung Kaufläche. Sie können die Zahnbürste auf dem
  Zahn auch in kleinen Kreisbahnen führen.
- Drücken Sie mit der Zahnbürste nicht zu fest auf. Die Gefahr, gesunde Zahnsubstanz
  „wegzubürsten“ ist größer als man annimmt. Auch dem Zahnfleisch kann allzu festes
  Bürsten schaden.
- Putzen Sie immer in derselben Reihenfolge, also z. B. erst innen, dann außen, dann
  auf den Kauflächen und immer von rechts oben bis links unten. Wichtig ist, dass
  Sie keinen Zahn vergessen. Am besten, Sie beginnen an den Stellen, die Sie mit der
  Zahnbürste am schlechtesten erreichen, denn auch beim Zähneputzen lässt die
  Konzentration nach.
- Warten Sie nach dem Genuss säurehaltiger Nahrungsmittel mindestens 60 Minuten
  mit dem Zähneputzen.
- Zweimal am Tag sollten Sie ihre Zähne auf jeden Fall reinigen, einmal davon vor dem
  Schlafengehen. Denn in der Nacht fließt weniger Speichel und die Selbstreinigungsfunktion
  setzt somit weitgehend aus. In dieser Zeit kann deshalb auf ungereinigten Zähnen
  besonders leicht Plaque gebildet werden. 

Für das Reinigen der Zahnzwischenräume sollten Sie folgende Hinweise beachten:

- Reinigen Sie die Zahnzwischenräume bei engen Zwischenräumen mit Zahnseide oder
  bei weiten Zwischenräumen mit einem Zahnzwischenraum-Bürstchen.
- Verwenden Sie, wenn möglich, ungewachste Zahnseide. Bei gewachster Zahnseide
  können Wachsreste zwischen den Zähnen hängen bleiben – das sind ideale Stellen,
  an denen sich Plaque (Zahnbelag) anheften kann.
- Verwenden Sie die Zahnseide möglichst vorsichtig. Wickeln Sie die Enden mehrmals
  mit dem Mittelfinger der rechten und linken Hand, so können Sie die Zahnseide am
  besten führen. Drücken Sie sie nicht mit hoher kraft durch die Zähne – Sie verletzen
  sonst leicht das Zahnfleisch. Wenn Sie die Zahnseide zwischen den Zähnen hin- und
  herziehen, gleitet sie langsam und ohne Verletzungsgefahr in den Zahnzwischenraum.
  Bewegen Sie nun die Zahnseide langsam und eng am Zahn einige Male auf und ab,
  damit sämtliche Ablagerungen entfernt werden.
- Wickeln Sie die Zahnseide vom einen Mittelfinger auf den anderen stückweise ab, so
  dass alle 2 bis 3 Zähne ein neues Stück Zahnseide zum Einsatz kommt.
- Bleiben Sie an manchen Zahnzwischenräumen mit der Zahnseide so hängen, dass sie
  dabei auffasert, machen Sie Ihren Zahnarzt darauf aufmerksam. Denn an solchen Stellen
  kann sich die Plaque (Zahnbelag) und damit die Bakterien besonders gut halten.
- Zahnseide müssen Sie nicht vor jedem Zähneputzen verwenden. Es genügt, wenn Sie
  die Zahnzwischenräume abends reinigen.Zwischenraumbürstchen sind für größere
  Zahnzwischenräume oft besser geeignet als Zahnseide. 

Die richtige Ernährung

Die richtige Ernährung trägt entscheidend zur Zahngesundheit bei. Es kann bei hohem Kariesrisiko notwendig sein, dass der Patient eine ausführliche Ernährungsanamnese ausfüllen muss. Das Prophylaxeteam kann danach gezielt eine Ernährungslenkung durchführen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn zu einer falschen Ernährung mit viel Zucker auch noch eine schlechte (mangelhafte) Mundhygiene hinzukommt. 

Eine kauintensive, zuckerarme Ernährung ist eine wesentliche Voraussetzung für gesunde Zähne: Wichtig ist es, möglichst viele harte und frische Nahrung (Frischobst, Gemüse, Salate, Vollkorn-Brot, Käse usw.) zu essen. 

Schädlich sind alle Süßigkeiten, besonders wenn sie klebrig, säuerlich oder zuckerhaltig sind. Zuckerhaltiges sollte nicht über den ganzen Tag verteilt verzehrt werden. Häufige Süßattacken rufen Säureattacken hervor, die zu kurzen Erholungszeiten (Remineralisationszeiten) führen – das heißt je öfter Zucker, desto mehr Karies. Ein weiteres Problem besteht darin, dass man oft gar nicht weiß, dass bestimmte Nahrungsmittel Zucker enthalten. Versteckte Zucker in Limonaden, Säften, Müsli, Eistee, Vitamindrinks usw. stellen ein großes Problem dar. 

Das Praxisteam hilft Ihnen aufgrund der durchgeführten einfachen oder ausführlichen Ernährungsanamnese die schädliche Wirkung von Zucker zu verringern. Die Durchführung einer einfachen Ernährungsanamnese ist in jedem Fall wichtig.

Ernährungstipps vom Zahnarzt  

Tipp 1:
Die Bakterien brauchen eine gewisse Zeit, um aus Zucker Säure zu machen – nutzen Sie diese Zeit zum Zähneputzen. Putzen Sie Ihre Zähne, wenn möglich nach jedem Essen. Wenn das nicht geht, spülen Sie den Mund gründlich mit Wasser aus. 

Tipp 2: Kauen Sie einen Kaugummi, der den pH-Wert in Ihrem Mund wieder auf ein neutrales Niveau bringt. Das können insbesondere zuckerfreie Kaugummis. Der Effekt wird noch weiter verstärkt, wenn Sie Kaugummis wählen, die Xylit enthalten. Xylit wird aus Birkenholz gewonnen und schmeckt nicht nur genauso süß wie Zucker, es wird auch von den Bakterien genauso gerne aufgenommen. Die Bakterien tun sich allerdings selbst damit keinen Gefallen, denn Xylit ist für sie unverdaulich und verhindert damit ihren Stoffwechsel. Gleichzeitig hemmt es das Wachstum und die Vermehrung karieserzeugender Bakterien. Xylit ist also der süße Wirkstoff gegen Karies. Wer regelmäßig Xylit – Kaugummis kaut, kann damit dfie Bakterienzahl in seiner Mundhöhle auf Dauer verringern. Und damit sind wir auch schon bei 

Tipp 3: Verwenden Sie nicht nur Zucker, sondern daneben auch Zuckerersatzstoffe (Süßstoffe) oder Zuckeraustauschstoffe ( z. B. Xylit). Auch damit kann man süßen.Greifen Sie zu zuckerfreien Süßigkeiten. Viele davon sind mit dem Zahnmännchen-Symbol ausgestattet und damit relativ schnell zu erkennen.  

Tipp 4: Lieber einmal am Tag viel Süßes zu sich nehmen und danach die Zähne putzen, als auf den Tag verteilt immer wieder eine Kleinigkeit naschen.   

Chemische häusliche Prävention

Es steht heute außerhalb jeder Diskussion, dass das wichtigste chemische Hilfsmittel zur erfolgreichen Vorbeugung gegen Karies der Mineralstoff Fluorid ist. Fluoride unterstützen den natürlichen Reparationsmechanismus des Speichels (Remineralisationsförderung) und machen den Schmelz widerstandsfähiger (Demineralisationsschutz) gegen Säureangriffe.  Ein weiteres wirksames Mittel gegen Karies im besonderen gegen Wurzelkaries ist die Chlorhexidin-Anwendung. Chlorhexidin ist ein Antiseptikum, das als Gel oder auch Mundspüllösung die krankmachenden Bakterien der Mundhöhle besonders wirksam bekämpft.

Wie beim Einsatz aller „Medikamente“ sollte dies nur auf Rat des Arztes geschehen. Nur so ist gewährleistet, dass mit der minimalsten Wirkstoffkonzentration die maximale Wirkung erzielt wird.
Aufgabe des Prophylaxe-Teams ist es, die individuell optimale chemische Plaquebekämpung entsprechend der erhobenen Befunde für den Patient zusammenzustellen und eine Überdosierunng zu vermeiden.  

Schnarchen isst keine Krankheit, aber sie kann krank machen

Ihre Berufung erfolgt zwar nicht im Schlaf, aber seitdem sie vor fast 20 Jahren als Assistensärztin zufällig mit atmungsbedingten Schlafstörungen in Kontakt kam, kommt Dr. med. Mario Burmann-Urbanek thematisch nicht mehr davon los. Als Chefärztin der Schlaflabors in der Haranni Clinic in Herne beobachtet und analysiert sie seit nunmehr fünf Jahren den Schlaf der Patienten. Sie nimmt sich dabei für jeden sehr viel Zeit – weit mehr, als in einer kassenärztlichen Praxis möglich wäre – und sie nimmt die Schlaflosen und Schnarcher vor allen Dingen ernst. Immerhin geht es hier ja um Schlafprobleme, also ganz intime Dinge. Im Interview erklärt die Somnologin, was in einem Schlaflabor alles passiert und warum Schnarchen so gefährlich sein kann.

Somnologin bzw. Schlafmedizinerin ist ein eher seltener Beruf. Was reizt sie an der Schlafforschung?

Die Beschäftigung mit Schlafstörungen hat mich von Anfang an fasziniert – auch, weil man bei vielen Patienten recht schnell einen Erfolg sieht. Gleichzeitig ist die Somnologie ein interdisziplinäres Fach und hat Einfluss auf viele internistische Begleit- und Folgeerkrankungen. Es gibt kaum ein medizinisches Fachgebiet, das nicht in irgendeiner Form von Schlafstörungen berührt wird. Und der Kontakt zu meinen Kollegen aus den unterschiedlichen Fachdisziplinen macht meine Arbeit nun überhaupt nicht einschläfernd (lacht).

Der Begriff „Labor“ klingt für viele erst einmal abschreckend; und unter einem Schlaflabor können sich die meisten überhaupt nichts vorstellen…

Ein Schlaflabor ist eine Institution, wo Schlafen gemessen und untersucht  bzw. Schlafstörungen diagnostiziert und therapiert werden können. Die Patienten kommen in der Regel nach der Untersuchung durch einen Facharzt zu uns, der die Atmung mit einem ambulanten Gerät gemessen hat. Wenn dieses Atemscreening einen Befund ergeben hat, dann steht anschließend fast immer die Schlafanalyse im Labor an.

Konkret heißt das: Der Patient schläft bei uns und wir beobachten ihn dabei. Gleichzeitig messen wir seine Biosignale wie Hirnströme, Atmung, Muskelaktivität und Sauerstoffsättigung und registrieren die verschiedenen Schlafstadien. Das ist eigentlich schon alles – aberenorm wichtig, denn wir können keine geeignete Therapie vorschlagen, ohne vorher eine vernünftige Diagnostik gemacht zu haben.

Und was ist eine Schlafschule?

Hier werden Kurse für Menschen angeboten, die unter den unterschiedlichsten Formen von Schlafstörungen leiden. Diese Personen lernen in der „Schule“ u.a. was erholsamer Schlaf ist, welche Mythen es zum Thema gibt und natürlich, wie sie selbst eine gute Schlafhygiene durchführen können. Auch wir bieten solche Kurse in unserer Klinik regelmäßig an. Wir arbeiten dabei sehr erfolgreich mit Neurologen, Psychologen, Entspannungstrainern, Physiotherapeuten etc. zusammen.

Welchen Weg muss ein Betroffener nehmen, um zu ihnen zu gelangen?

Ein Privatpatient kann sich über seinen Hausarzt oder über den Facharzt einweisen lassen. Er kann sich aber auch direkt an uns wenden und einen Termin mit uns ausmachen. Am besten ist es, sich vorher bei seiner Krankenkasse zu erkundigen, inwieweit diese die Kosten für die Untersuchung übernimmt. Das gilt ebenfalls für die gesetzlich Versicherten. Auch  sie werden normalerweise erst vom Hausarzt zu einem Internisten; Neurologen, Lungenfacharzt oder HNO-Arzt geschickt, der dann eine erste Diagnose stellt. Bei einem Befund erhält der Patient eine Überweisung ins Schlaflabor.

Was untersuchen sie im Schlaflabor?

Die meisten Erkrankungen, die wir hier diagnostizieren und behandeln können, sind schlafbezogene Atmungsstörungen – angefangen vom harmlosen Schnarchen bis hin zur Schlafapnoe. Bei dieser Erkrankung kommt es durch einen zeitweiligen Verschluss der Atemwege zu Atemaussetzern. Der Mensch atmet im Schlaf zwar muskulär weiter, er bekommt jedoch keine Luft in die Lungen und dadurch wird das Herz immer wieder belastet. Der Schnarcher bekommt davon in der Regel nicht mit. Das ist das Gefährliche daran.

Unter einer Schlafapnoe leiden etwa vier bis zehn Prozent der westlichen Gesamtbevölkerung. Das macht bei 80 Millionen und davon vier Prozent schon dreieinhalb Millionen Menschen! Aber auch die „unruhigen Beine“, Epilepsien, Ein- und Durchschlafstörungen sowie andere Erkrankungen werden in unserem Schlaflabor diagnostiziert und therapiert.

Wo liegt die Grenze zwischen harmlosem Schnarchen und krankhafter Schlafstörung?

Die Anzahl der Atemaussetzer ist ausschlaggebend, sie entscheidet über krank oder gesund. Die Aussetzer sind auf dem Bildschirm deutlich zu erkennen und werden einfach gezählt. Bei fünf bis zehn Aussetzern je Stunde sprechen wir bereits von einer krankhaften Schlafapnoe. Bei Kindern liegt die Grenze schon bei fünf.

Wenn sich der Verdacht aus eine Schlafapnoe bestätigt, welche Therapien  gibt  es?

Die allgemeine Maßnahme lautet: Gewichtsreaktion, Allergien bzw. Lungenerkrankungen behandeln, richtiges Einstellen der Schilddrüsenfunktion und natürlich auch eine bessere Schlafhygiene. In leichten Fällen kann das Schnarchen durch speziell hierfür angepasste, bewegliche Zahnschiene, die Unterkiefer und Zunge gleichzeitig nach vorne stellt, verhindert werden. Auch ein Zungenmuskeltraining durch Elektrostimulation ist möglich. In schweren Fällen sollte der Patient während des Schlafens eine Maske tragen, die dafür sorgt, dass er wieder mehr Luft bekommt. Die zusammengefallenen oberen Atemwege werden dabei durch einen leichten Überdruck dauerhaft offen gehalten. Bei Anwendung von Masken und Schienen sprechen wir übrigens von einer symptomatischen Heilung, denn wenn der Patient das Gerät nicht trägt. Ist er genauso krank und gefährdet wie vorher.
Es gibt auch einige erfolgreiche Operationsmethoden, die zum Beispiel bei Kieferanomalien und HNO-Veränderungen angewendet werden. Die Verfahren richten sich dabei nach Entstehungsort und Schweregrad der Atmungsstörung.

Aber wer geht schon gerne mit einer Druckluftmaske ins Bett?

Ja, viele Patienten lehnen die Maske zunächst einmal rigoros ab, ohne sie jemals auf der Nase gehabt zu haben. Die ganze Schlafmedizin bzw. die Schlafapnoe hat einen großen Nachteil: Sie tut nicht weh. Wenn es wehtun würde, wäre die Motivation sicherlich größer. Viele Patienten sind sich ihres Problems ja auch nicht bewusst. Sie haben keinen Leidensdruck und glauben, dass ihre Tagesmüdigkeit normal ist, weil sie beispielsweise älter oder dicker geworden sind. Schnarchen ist grundsätzlich keine Krankheit, aber kann krank machen! Wer eine Schlafapnoe hat und keine Therapie macht, verkürzt seine Lebenserwartungen statistisch um sieben Jahre! Und dieser Mensch darf wegen des Einschlafrisikos am Tag auch kein Auto mehr fahren. Das ist Gesetz! Wer sich mit einer diagnostizierten und nicht behandelten Schlafapnoe hinters Steuer setzt und einen Unfall baut, dem bezahlt keine Versicherung den Schaden.

Warum sollte Schlafapnoe unbedingt behandelt werden?

Durch die Atemaussetzer in der Nacht wir das Herz immer wieder in Alarmbereitschaft versetzt uns so stark belastet. Die Muskulatur wird dicker und die Leistung grundsächlich geschwächt. Hieraus resultieren dann einige, zum Teil recht schwere Erkrankungen. So können Arteriosklerose und koronare Herzerkrankungen fortschreiten, das Herzinfarktrisiko erhöht sich, es kommt zu Bluthochdruck und zu Veränderungen sämtlicher Gefäße, auch eine Diabeteserkrankung kann bei vorliegender Veranlagung begünstigt werden. Zudem gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass ein harmloser Schnarcher mit der Zeit immer mehr Atemaussetzer bekommt – und zwar alles fünf Jahre zwei bis drei mehr. Spätestens nach zehn Jahren hat ein vormals gesunder Schnarcher also garantiert eine Schlafapnoe. Auch sie wird langfristig immer schlimmer. Und selbstverständlich sollte man sich auch behandeln lassen, damit der Bettpartner wieder einen erholsamen Schlaf findet.

Wie sinnvoll sind so genannte „Antischnarchmittel“?

Es gibt ca. 40 freiverkäufliche Produkte auf dem Markt, um das Schnarchen, teilweise auch die Schlafapnoe, zu bekämpfen. Die Stiftung Warentest hat vor kurzem 34 davon untersucht – mit dem Ergebnis: Sie sind alle durchgefallen. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen…
 
Dr. Burmann-Urbanek, vielen Dank für das interessante Gespräch.
 

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